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Die erste Value Map

Diese Auswahl ist ein Ausgangspunkt, kein Kanon. Sie übersetzt die bisherigen Grundannahmen in Werte, die sich im Alltag prüfen lassen. Jeder Wert bleibt begründungspflichtig. Keiner darf allein regieren.

Menschen sollen ihr Leben, ihren Körper, ihre Beziehungen und ihren Weg grundsätzlich selbst gestalten dürfen. Eingriffe brauchen nachvollziehbare Gründe, besonders wenn kein unfreiwilliger Schaden für andere entsteht.

Selbstbestimmung verlangt informierte Zustimmung und reale Wahlmöglichkeiten. Sie ist nicht dasselbe wie Rücksichtslosigkeit. Ihre Spannung liegt vor allem in Fürsorge, Fairness und den Folgen für andere.

Ein gutes Leben braucht Aufmerksamkeit: für das eigene Erleben, für andere und für die Kräfte, die unser Denken und Verhalten prägen. Dazu gehören Gefühle, Gewohnheiten, soziale Normen, Medien und technische Systeme.

Menschliche Erfahrung kann viele Formen annehmen. Bewusstheit bedeutet, ihr offen und aufmerksam zu begegnen.

Wir wollen herausfinden, was wahr und tragfähig ist. Deshalb unterscheiden wir zwischen Beobachtung, Interpretation, Annahme und Werturteil. Wir zeigen, was belegt ist, was plausibel erscheint und was offen bleibt.

Erkenntnis kann mit Zugehörigkeit, Trost oder persönlicher Gewissheit kollidieren. Sie verlangt nicht Gefühllosigkeit, wohl aber die Bereitschaft, sich durch gute Gründe verändern zu lassen.

Leid, Verletzlichkeit und Abhängigkeit begründen Verantwortung füreinander. Fürsorge nimmt ernst, dass Menschen nicht immer unabhängig, stark oder voll entscheidungsfähig sind.

Sie darf nicht in Bevormundung kippen. Gute Fürsorge schützt, ohne einem Menschen unnötig die Gestaltung seines eigenen Lebens abzunehmen.

Freiheit ist nur glaubwürdig, wenn Regeln, Chancen, Lasten und Macht begründbar verteilt sind. Betroffene brauchen eine Stimme, Entscheidungen müssen anfechtbar sein und Minderheiten dürfen nicht bloß überstimmt werden.

Fairness bedeutet nicht, dass alle Ergebnisse identisch sein müssen. Sie verlangt, dass Unterschiede erklärt, geprüft und verändert werden können.

Eine Entscheidung ist unvollständig, wenn sie ihre Kosten an andere Orte, andere Lebewesen oder spätere Generationen verschiebt. Freiheit in der Gegenwart braucht einen zeitlichen Horizont.

Zukunftsverantwortung darf gegenwärtiges Leben nicht zu einem bloßen Opfer für eine abstrakte Zukunft machen. Die Schwierigkeit liegt in einer fairen Abwägung zwischen heutigen Bedürfnissen und langfristigen Folgen.

Pluralismus, Würde, Verbundenheit, Schönheit, Spiel und Mut fehlen hier nicht aus Geringschätzung. Offen ist, ob sie eigenständige Grundwerte sind oder aus den sechs beschriebenen Werten folgen. Diese Frage gehört in die nächste Revision.

Ein Wert wird in OpenValues erst belastbarer, wenn wir seine Herleitung, seine Fehlformen, seine Konflikte und konkrete Erfahrungen dokumentiert haben.